
Die Saite (String) bestimmt den Grundklang deines Sounds. Du kannst das Material bestimmen, aus dem die Saite besteht, und definieren, ob sie gestrichen, gezupft oder angeschlagen wird und so weiter.
Die Saite selbst erzeugt nur dann einen Klang, wenn sie von mindestens einem Objekt stimuliert, also zur Schwingung angeregt oder gestört wird. Bis zu drei verschiedene Typen von Objekten werden genutzt, um die Schwingung der Saite anzuregen, zu stören oder zu dämpfen. Weitere Informationen findest du unter Sculpture-Objekt – Übersicht.
Die Saite von Sculpture und die Elemente zum Anregen und Stören der Schwingung entsprechen am ehesten der Oszillator-Sektion eines traditionellen Synthesizers. Diese Saite ist jedoch bedeutend leistungsfähiger als ein einfacher Oszillator.
Im Wesentlichen erzeugt Sculpture die Wellenform oder die Grundklangfarbe durch eine mathematische Beschreibung der Eigenschaften der Saite und ihrer Umgebung. Dazu gehören u. a. das Material, aus dem die Saite besteht, die Dicke, Länge und Spannung der Saite, ihr Verhalten im Zeitablauf, das Medium, in dem sie gespielt wird (Wasser, Luft usw.), sowie die Art und Weise, wie sie gespielt wird, ob gestrichen, geschlagen usw.
Aber Sculpture kann weit mehr als eine unendliche Anzahl von Grundklangfarben zu erzeugen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Sculpture-Saite und einer normalen Synthesizer-Wellenform ist, dass das von der Saite gelieferte Grundspektrum in ständiger Bewegung ist. Schwingt beispielsweise eine Sculpture-Saite auf einer bestimmten Note nach, führt das nochmalige Anschlagen der gleichen Note zu einem Interagieren mit der anhaltenden Schwingung. Ähnlich wie beim wiederholten Zupfen einer Gitarrensaite vibriert die Saite weiter, auch wenn die nächste Note gespielt wird. Das harmonische Spektrum ändert sich bei jeder angeschlagenen Saite. Aus diesem Grund klingen akustische Gitarren organisch, gesampelte nicht.
Es besteht also ein großer Klangunterschied zu Klangerzeugungsverfahren, bei denen das Neuanschlagen einer Note die Grundwellenform, auch wenn diese moduliert wird, harmonisch nicht beeinflusst. Bei traditionellen Synthesizern wird die Wellenform stattdessen üblicherweise entweder inmitten eines Zyklus oder an ihrem Beginn neu gestartet – das Ergebnis ist eine Phasenverschiebung beim Abspielen der Wellenform und vielleicht eine leichte Erhöhung der Lautstärke.
Die Saiten-Parameter wirken separat in jeder Stimme (nicht global für alle Stimmen). Eine Reihe von Parametern kann zwischen bis zu fünf Morph-Punkten überblendet werden. Diese sind in den Parameterbeschreibungen angegeben. Weitere Informationen findest du unter Morph-Parameter von Sculpture –Übersicht“.

Darstellungstasten „Hide“, „Keyscale“ und „Release“: Blendet verschiedene Parameter-Gruppen ein oder aus.
Material Pad: Bestimme die Grundklangfarbe der Saite durch Definition von „Stiffness“ (Steifheit) und „Damping“ (Dämpfung).
Schieberegler für die Saiten-Parameter: Diese Schieberegler am äußeren Ring des Material Pads bestimmen die Abmessungen und das Verhalten der Saite.
Resolution-Schieberegler: Bestimmt die maximale Anzahl von Obertönen des Klangs bei C3 (mittleres „C“). Dadurch ändert sich auch die räumliche Auflösung.
Schieberegler „Media Loss“: Emulieren das Ausmaß der Dämpfung, die die Saite durch die Umgebung erfährt, also etwa durch die Luft oder auch Wasser, bezogen auf das mittlere C (C3).
Schieberegler „Tension Mod(ulation)“: Bestimmen die Verstimmung im Moment der Schwingungsanregung auf C3 (mittleres C).
Alle Schieberegler werden auf das mittlere C bezogen. Werden Töne ober- oder unterhalb dieser Note angespielt, werden die Stimmung und andere Elemente der Saite geändert.